Einfach Gott zur Sprache bringen

Gesten, Bilder, einfache Worte. Wer Kinder – und nicht nur sie – mit Religion in Berührung bringen möchte, aktiviert dabei möglichst viele Sinne. Bei einer Domführung konnten Erstkommunionkinder aus Bierlingen den Kirchenraum ganzheitlich erleben. Die kindgerechte Gestaltung von Gottesdiensten thematisiert ein Kongress im Juli.

„Macht mal ne Faust und lasst dann den Zeigefinger nach oben wachsen“, bittet Ulrike Mayer-Klaus die Kindergruppe, die sich vor dem Rottenburger Dom um sie schart. Sie macht es mit ihrer Hand vor. Und auch die Jungen und Mädchen biegen ihre Finger konzentriert zurecht. Schnell erraten sie, dass das wie eine Kirche aussieht. „Eine Kirche will der Welt zeigen, dass Gott da ist“, erklärt die Referentin für Liturgie mit Kindern im Institut für Fort- und Weiterbildung. So helfen einfache Worte und Zeichen auch kompliziertere Glaubensthemen ganzheitlich zu erfassen.

Vor allem wenn es um den Gottesdienst geht, kommt Sprache an ihre Grenzen. Bilder und Gesten ergänzen die Worte. Das Symbol des Wassers als grundlegendes Element bei der Taufe verstehen die Bierlinger Kinder sofort. Ohne Trinken kann der Mensch nicht leben – und zum Waschen braucht er es auch. Am Chrisamgefäß dürfen die Kinder dann riechen. Der feine Duft lässt sie erahnen, dass dieses besondere Salböl königliche Würde verleiht. In Erinnerung an ihre eigene Taufe schreiten die jungen Christen wie Königinnen und Könige zum Ambo und hören das Evangelium, in dem Jesus die Kinder zu sich ruft. „Jesus sagt auch zu dir: Schön, dass du da bist“, ergänzt Mayer-Klaus.

Neue Impulse, Ideen und praktische Anregungen, wie Liturgie mit Kindern und Familien die elementarungen Grunderfahrungen des christlichen Glaubens erschließen kann, gibt der zweite diözesane Kongress Kinder- und Familiengottesdienste am Samstag, 2. Juli in Untermarchtal, zu dem sich Mitarbeiterinnen bei diesen Gottesdiensten, Religionslehrer/-innen und Erzieher/-innen sowie die Pastoralen Dienste bis 3. Juni anmelden können.